Vier Monate lang haben mehr als zwanzig Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam gelernt und musiziert. Beatboxen konnte am Anfang kaum eine*r, rappen konnten immerhin ein paar, aber eine Loopstation bedienen konnte niemand. Niemand außer Carlos.

Carlos ist Beatboxer und leitete gemeinsam mit unserem Rapper T-MOE die „Sound & Songwerkstatt“. Unterstützt wurden die beiden während des Projekts von den Sozialarbeiterinnen Latifa und Antonia. Ins Leben gerufen wurde das Projekt durch eine Kooperation mit dem Zakk und den Düsseldorfer Falken, in deren Räumlichkeiten auch die regelmäßigen Workshops stattfanden.

Die Idee des Projekts ist typisch für kohleG: Das Pädagogische mit dem Kreativen verbinden. Jugendliche begeistern, sich künstlerisch mit sich und ihrem Lebensumfeld anhand der Themen Grenzen, Identität und Alltag auseinanderzusetzen. Mit Themen also, die im Zuge zunehmender Globalisierung und Migration sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf persönlicher Ebene immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Besonderheit dabei? Die Wahl des Instruments. Mit der  Loopstation, einem Aufnahmegerät für diverse Tonquellen, das die Aufnahmen in einer Schleife wiedergibt, ergibt sich eine Menge Raum zum kreativen Experimentieren. Denn was mit der Loopstation aufgenommen wird, ist vollkommen offen. Und so begann die künstlerische Arbeit für die Jugendlichen mit der „Putze Katze“.

Schon am ersten Schnuppertag im Januar zeigte Carlos den Jugendlichen wie sie durch das betonte aussprechen der Buchstaben P, T und K in den Worten „Putze Katze“ einen ersten Beat mit ihrem Mund erzeugen können. Von da an begleitete uns die Beatbox bis zum Abschlusskonzert im Zakk Ende April. Sie wurde das verbindende Element der Gruppe und die Basis für den Sound der „Loopy Tunes“. Im Laufe der vier Monate wurden die Beats komplexer und die gebeatboxten Drums wurden um weitere Sounds, die etwa einen Bass imitieren, ergänzt und auch echte Instrumente wie eine Gitarre, Kongas, ein Midi-Keboard und sogar eine Geige wurden mit der Loopstaion aufgenommen. Parallel dazu unterstützte T-MOE die Jugendlichen beim Schreiben, Rappen und Singen eigener Texte, sowohl auf Deutsch und Englisch als auch auf ihren jeweiligen Muttersprachen. Spätestens während der Intensivwoche in den Osterferien, als die Jugendlichen noch einmal fünf Tage am Stück für das große Abschlusskonzert probten, zeigte sich, dass es gelungen war einen einzigartigen Sound zu kreieren, der geprägt ist von unterschiedlichen Musikstilen, Kulturen und Sprachen. Doch noch viel beeindruckender ist das pädagogische Ergebnis des Projekts: Am Ende standen zehn Jugendliche aus diversen Ländern, mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten und aus völlig verschiedenen sozialen Verhältnissen zusammen auf der Bühne als eine Gemeinschaft, die „Loopy Tunes“.          

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