Dialog statt Vorurteile: „Jump out of the Box II“ stärkt Perspektivwechsel

Von Juni bis Dezember 2025 wurde das Projekt „Jump out of the Box II – Dialog statt Extremismus“ in Kooperation mit der Jugendberufshilfe Düsseldorf umgesetzt. Das Projekt knüpft an eine seit mehreren Jahren bestehende Zusammenarbeit an und ist Teil einer kontinuierlichen Projektreihe, die jungen Menschen Räume für Dialog, Reflexionsprozesse und Perspektivwechsel eröffnet.

Das Angebot richtete sich an junge Erwachsene aus Maßnahmen der JBH in Lohhausen und Oberbilk und wurde im Rahmen des Landesprogramms Teilhabe, Demokratiebildung und Extremismusprävention für junge Geflüchtete durchgeführt. Insgesamt nahmen vier Gruppen mit rund 50 Teilnehmenden teil. Jede Gruppe absolvierte einen Begegnungstag im Düsseldorfer Stadtraum sowie drei aufeinander aufbauende Workshoptage. Ziel war es, Vorurteilsbildung entgegenzuwirken und den Austausch über Diskriminierungserfahrungen und gesellschaftliche Vielfalt zu fördern.

Die Begegnungen führten die Jugendlichen u. a. in die Altstadt Armenküche, zu Gesprächen über Fluchterfahrungen sowie zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus im Stadtraum. Ergänzend thematisierten Workshops strukturelle Diskriminierung, Medienbilder und Vorurteilsmuster.

Ein kreativer Schwerpunkt unterstützte die Auseinandersetzung: In der bildenden Kunst entstanden Gipsguss-Skulpturen zum Thema Identität, während im musikalischen Teil Texte über eine diskriminierungsfreie Gesellschaft vertont wurden.

Ein besonderes Merkmal der langjährigen Kooperation ist die Durchführung in Doppel-Workshopleitung. Dieses Format gewährleistet eine hohe fachliche Qualität und ermöglicht gleichzeitig die praxisnahe Einarbeitung neuer Fachkräfte. Auch im Projektjahr 2025 wurden neue Kolleg:innen in das Team integriert und im direkten Kontakt mit den Gruppen weiterqualifiziert – ein wichtiger Baustein nachhaltiger Qualitätsentwicklung in der pädagogischen Praxis.

Die Projektarbeit zeigte eine hohe persönliche Betroffenheit der Teilnehmenden und machte zugleich Wissenslücken sowie den Einfluss von Fehlinformationen sichtbar. Kontroverse Diskussionen unterstrichen den Bedarf an pädagogisch begleiteten Räumen für Austausch und Reflexion.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird im Jahr 2026 fortgesetzt. Zur Jahresmitte ist erneut eine Abschlussveranstaltung geplant, bei der Ergebnisse präsentiert und der öffentliche Dialog zu Vielfalt, Diskriminierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt weitergeführt werden.

01/2026, Tiemo